Auf der Baustelle eines Mehrfamilienhauses ist am späten Samstagnachmittag ein Baugerüst eingestürzt. Teile des Gerüstes und der Fassade des Gebäudes haben 6 Bauarbeiter unter sich begraben.
So lautete das Szenario der diesjährigen Einsatzübung im Rahmen der verlagerten Standortausbildung des OV Lemgo auf dem THW Übungsgelände in Bad Nenndorf.
Der Ortsverband Lemgo wurde durch die Leitstelle gegen 17:20 Uhr alarmiert. Sofort rückte der 1. Technisches Zug mit Zugtrupp und 1. und 2. Bergungsgruppe zur Einsatzstelle am Nelkenweg 5 aus.
Nach der Ankunft, richtete der Zugtrupp sofort eine Einsatzleitstelle ein. Nachdem Zugführer Ingo Hartmann beiden Gruppenführern die Lage vor Ort mitgeteilt hatte, konnten die Bergungsgruppen ihre Arbeit aufnehmen.
Die erste Bergungsgruppe unter Leitung von Stephan Golücke, musste sich um die Verschütteten in den unteren Etagen kümmern. Hier waren die Verletzten von Teilen der Gebäudefassade begraben. Aufgrund der Größe der Trümmer und den gegebenen Platzverhältnissen wurde die Bergung unter Einsatz von Hydropresse und Hebekissen durchgeführt. Damit wurden die Trümmerteile angehoben und die verletzten Personen konnten geborgen werden.
Aufgabe der zweiten Bergungsgruppe unter Leitung von Tobias Klingenberg war es, die Verletzten aus den oberen Etagen zu bergen. Da die Bauarbeiten am Treppenhaus noch nicht abgeschlossen waren, konnten die höher gelegenen Etagen nur über Leitern erreicht werden. Insgesamt 4 Verletzte waren über die oberen Etagen verteilt und von Teilen des Gerüstes begraben.
Nachdem die Helfer der zweiten Bergungsgruppe in die oberen Etagen vorgedrungen waren, konnten die Verletzten von den Metallteilen des Gerüstes befreit werden. Anschließen wurden die Verletzung der Personen hauptsächliche Brüche, Quetschungen und Schnittwunden, direkt vor Ort vom Sanitäter der zweiten Bergungsgruppe Erstversorgt. Danach konnte die Bergung der Verletzten eingeleitet werden. Mit Schleifkorbtrage und Seilen wurden die Personen aus den oberen Etagen abgelassen.
Nach ca. 90 Minuten waren alle Personen geborgen und der Einsatz des THW Lemgo konnte für beendet erklärt werden. Bei der folgenden Manöverkritik zeigten sich alle Beteiligten sehr zufrieden mit den gezeigten Leistungen.
Die zweistündige Einsatzübung bildete den Abschluss der diesjährigen verlagerten Standortausbildung des OV Lemgo. Seit dem späten Freitagabend waren die Katastrophenschützer vom Steinweg auf dem THW Übungsgelände in Bad Nenndorf um Bergungsmethoden aus Höhen und Tiefen zu trainieren. Das ehemalige Außengelände der Katastrophenschutzschule Niedersachsen bietet dafür ausreichend Gelegenheit.
An zwei Übungsgebäuden hatten die Bergungsgruppen von Freitagabend bis zum frühen Samstagnachmittag die Chance, Bergungstechniken unter Einsatz von Rollglis, Seilen, Leitern und dem Einsatz-Gerüst-System (EGS) zu lernen und den Umgang mit den Geräten zu verfeinern.
In der abschließende Einsatzübung konnten alle Einheiten dann, ihre Fähigkeiten ausreichend unter Beweis stellen.