THW-Einsatzkräfte trainieren den Ernstfall
               
Die erschreckenden Bilder von Umweltkatastrophen mit ihren verheerenden Folgen in den letzten Wochen und Monaten in den Medien begleiten uns auch heute noch immer wieder durch den Alltag.
Um nach solchen Ereignissen schnell und kompetent Hilfe leisten zu können, werden Helfer in ganz Deutschland kontinuierlich auf solche Situationen vorbereitet. So auch die Fachgruppe Trinkwasserversorgung des Technischen Hilfswerks Ortsverband Lemgo, die im Mai auf einem THW-Übungsgelände in Hannover-Kaltenheide zwei Tage lang den Ernstfall trainiert hat.
Am frühen Freitagabend erhielt die Fachgruppe TW ihren Einsatzauftrag. Sie sollten auf einem Gelände nahe dem Ort Bissendorf Trinkwasser für die Bevölkerung aufbereiten. Einsatzdauer mindestens 24 Stunden, als Rohwasserquelle sollte ein See auf dem Gelände dienen. Gegen 19:30 Uhr verließen die Helfer der Fachgruppe TW das Gelände des OV Lemgo am Steinweg mit Mannschaftstransportwagen (MTW), Lastkraftwagen mit Ladebordwand, Unimog und Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWAA) in Richtung Bissendorf.
Mit dabei, zwei Trinkwasseraufbereitungs-anlagen. Eine vom Typ Krupp und eine Kärcher Waterclean RO. Um 22:00 Uhr nach Einbruch der Dunkelheit, erreichte man das Übungsgelände welches direkt an der A352 liegt.

Unter erschwerten Bedingungen wurde in der Dunkelheit eine Begehung durch den Gruppenführer Nils Neumann und einem Helfer vorgenommen. Die Einsatzstelle für die Trinkwasseraufbereitung bei Dunkelheit vorzubereiten, war eine neue wichtige Erfahrung für die Helfer der Fachgruppe TW. Nach einer eingehenden Untersuchung des Geländes, insbesondere des Ufers, konnte bereits kurze Zeit später eine geeignete Stelle für die Rohwasserentnahme festgelegt werden. Die beiden Anlagen wurden dann im Anschluss dran, direkt am See des Übungsgeländes aufgebaut. Parallel zum Aufbau der Anlagen wurde durch zwei Helfer eine provisorische Unterkunft für die Fachgruppe in der Nähe der Anlagen eingerichtet. Beide Anlagen sollten im Schichtbetrieb gefahren werden, die Helfer die sich in der Ruhephase befinden, hatten die Möglichkeit sich in der provisorischen Unterkunft aufzuhalten und zu schlafen.

Zwei Stunden nach Ankunft der Fachgruppe Trinkwasserversorgung am Übungsort waren beide Anlagen betriebsbereit für den Einsatz. Innerhalb der nächsten 20 Stunden wurde mit beiden Anlagen ohne Pause und autark, Trinkwasser aufbereitet. Mit der Kärcher Waterclean RO, die nach dem Prinzip der Umkehrosmose arbeitet, konnte in dieser Zeit 10.000 Liter und mit der Krupp Trinkwasseraufbereitungsanlage mehr als 150.000 Liter aufbereitet werden.
Das aufbereitete Trinkwasser wurde direkt vor Ort durch einen Laboranten der Fachgruppe TW untersucht. Je nach Ergebnis dieser Untersuchungen wurden Einstellungen der Filteranlagen optimiert. Die Ergebnisse beider Anlagen waren durchaus zufrieden stellend.
Am Samstag gegen 20:00 Uhr war die Einsatzübung für die Fachgruppe Trinkwasserversorgung beendet. Alle Teilnehmer äußerten sich durchweg positiv über den Verlauf der Übung und die erzielten Ergebnisse.
Die vorgegebene Einsatzlage, das unbekannte Gelände, die Errichtung der Einsatzstelle bei Dunkelheit und das Betreiben beider Anlagen im Schichtbetrieb, sind wichtige Erfahrungen für die Helfer der Einheit das OV Lemgo. Ausbildungsdefizite z.B. im Bereich „Auswahl der Rohwasser-entnahmestelle“ konnten vor Ort minimiert werden.
 
Fotos von der Übung
 
Text: Jens Granseier, Fotos: Stefan Plaß
 

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© Technisches Hilfswerk Ortsverband Lemgo